Hubert Bergmann | Grund | Mudoks Record

Hubert Bergmann – piano

All compositions by Hubert Bergmann. Recorded by Phil Nylund at Mudoks Studio, 26/7/2013. Produced by (c) & (p) Mudoks Records 2014 Werkstatt für improvisierte und neue Musik.

Tracklist: 1. Stück 1 [03:12] 2. Stück 2 [08:20] 3. Stück 3 [07:04] 4. Stück 4 [08:43] 5. Stück 5 [09:43] 6. Stück 6 [07:15] 7. Stück 7 [05:25] 8. Stück 8 [05:59] 9. Stück 9 [03:55] 10. Stück 10 [04:46]

All this music was played in real time without any interruptions, just the few seconds between the takes and played in the sequence of this recording. It is an attempt to develop the unique situation of each live performance in respect of a maximum on variety of a musical approach. The old game with time, space and memory. — Hubert Bergmann, October 2014

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GRUND | Hubert Bergmann solo piano 2013

Würde jeder die Wortspiellust und Gedankensprungkraft von HUBERT BERG­MANN kennen, bräuchte keiner sich wundern über den freisinnigen Gestaltungs­willen, der den Pianosolos auf GRUND (mudoks records 1421-021), nun ja, zu­grunde liegt. So ein Kopf und solch intelligente Finger, die haben nun mal einen kurzen und unter Hochspannung stehenden Draht zueinander. Mit berechtigter Genugtuung verweist Bergmann darauf, dass ihm diese zehngeteilten 65 Minuten am Stück gelungen sind. Als auf den Punkt gebrachte Spielkunst, als hochmotori­scher Kraftakt. Der sich jedoch nicht in Geschwindigkeit und gehämmerter Kom­plexität erschöpft. ‘Stück 3’ führt das Kunststück quasi verlangsamt vor, verlang­samt auf bloße Gedankenschnelle. Die Fingerspitzen sprühen vor Entschlossen­heit, setzen die Anschläge risoluto. In gewagten Sprüngen, treffsicher gesteuert von inneren Instanzen. Da ist ein Denksportler zugange, aber kein Grübler. Auch ‘Stück 4’ löst sich ziemlich schnell aus seinen Bedenken in eine krabbelnde Vor­wärtsbewegung, eine stürzende und strudelnde, sich rauschend verdichtende und schließlich selig verhallende. Selbst wenn sich bei ‘Stück 5’ bedächtige Töne mit getrillerten vereinen, spielt Bergmann sein Spiel ohne romantischen Rückgriff, modernistisch, motorisch, kristallin, ausgehärtet. Mir kommen Ligetis Études und manchmal fast Nancarrow in den Sinn, kein von Räucherstäbchen beschmauch­tes Arpeggiogeklingel. Zu einem abstrakten Gemälde im 1950er Stil setzt Berg­mann mit einem Gedicht oxymorone Anhaltspunkte zwischen Grund und Flug, Nussschale und Wellenkamm. Gewiss könnten wir uns nur der Illusionen sein. ‘Stück 6’ klingt wie ein in Monks Manier für ein Playerpiano gestochenes ‘Goodbye Pork Pie Hat’. Danach geht es wieder Töne hoch- und tiefstaplerisch Hals über Kopf. ‘Stück 8’ groovt rasant über selbst eingebaute Schickanen hinweg, als Tausendfüßler mit Stahlklauen. Nach einer letzten Kapriole in bester Seehund­laune gerät das Finale zu einem schwelgerischen Prestissimo, einem mahlenden Klopfen und Vibrieren in feierlicher Harmonik bis zum allerletzten Punktum! — [BA 84 rbd]

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