Hubert Bergmann | Udo Schindler | Hut Ab | Mudoks Record

mudoks records 010-13108

Hubert Bergmann, piano and Udo Schindler, reeds

Tracklist: 1. First thing (9:50) 2. parlando (3:28) 3. Wohin denn noch – part 1 (8:23) 4. Gershwinern (6:05) 5. Wohin denn noch – part 2 (6:40) 6. Letzter Schritt, next step (10:23) 7. Im Grossen und Ganzen geht’s gut (4:33) 8. Good by (5:56) Total Time: 62:42

Recording date: 2006-12-16 | location: Werkstatt für improvisierte und neue Musik | photos: Chris Dreja www.chrisdreja.com London, thanks for sharing the „bowler hatted men from surbitom“ | Alexander Bergmann www.be2do.de u.a. | Susanne Wehr www.susannewehr.de | Lutz Weinmann | Werner W. Serena Sgrabi Carpi IT | legal affairs: Thomas Blaser www.ra-blaser.de | artwork: houtlayb | recording: Bergmann | mastering: mudoks studio | p und c 2010 mudoks records all compositions by: Hubert Bergmann | Udo Schindler

hubert bergmann | udo schindler | hut ab | mudoks record

Hubert Bergmann & Udo Schindler

There’s a whole new ball game going on.

Players: Pianist Hubert Bergmann and the man on the saxophone Udo Schindler. No idea what kind of game they are playing. Anyway, they’re throwing balls across a huge field of notes and keys. American Football? Well, no, the players seem too slim and subtle for that. Too smart when they’re passing the ball. Hockey? Too esoteric. This is music in a democratic vein, its communication is a matter of transparency. Improvisations for each and every member of the audience. Basketball? Handball? Soccer? Actually, who cares? Each and every ball ends up in the goal, the basket or wherever it’s supposed to go – in any case in the ears of the listener. Take your hat off and listen! — Dr. Stephan Richter

hubert bergmann | udo schindler | hut ab | mudoks record

Der Multireedmann & Flötist Udo Schindler

begegnet einem hier nach Schindler+Richter und Schindler/Holzbauer/Lillmeyer im Verbund mit einem alten Weggefährten aus den 90ern. Hubert Bergmann, Fernando Pessoa verehrender und Taichi- & Qi Gong-inspirierter Tausendsassa in Überlingen am Bodensee, saß nämlich schon in Schindler.Interferenz.3 und beim Trio BGS am Piano. Inzwischen Werkmeister in seiner eigenen Werkstatt für improvisierte und neue Musik und als solcher auch schon Duopartner der Gitarristin Mary Halvorson, erweist sich Bergmann als Schwerathlet der leichten Hand, der den ganzen Pianoklangkörper in die Waagschale wuchtet, wo Schindlers Flöte in umschwirrt wie eine aufgescheuchte Amsel. Aus der beidseitigen Erregung sprudelt aber rasch quecksilbrige Konsonanz: ‚First thing‘ – gleiche Wellenlänge. Nach 7-8 Min. ist Einvernehmen hergestellt und Gegensätze fast schon kuschelig unter einen Hut gebracht. ‚Parlando‘ häufelt und mischt stakkatohaft ein Thirdstream-Full-House. Schindler quäkt inzwischen auf dem Sopranosax, eckig kaskadierend und bis zur Erschlaffung schattenboxend zu abgehacktem und auf und ab kurvendem oder klingelndem Pianoriffing. Wohin geht denn die Reise noch, wo doch schon alle Richtungen angesagt sind? Ins Träumerische, mit weit offenem inneren Auge? Bergmann verlegt sein Glasperlenspiel in die Bar, zerlegt unnötigen Tiefsinn in staksige und quirlige Bewegung – Gershwin lässt grüßen und ein kantiger Konstruktivismus, in dem vor 70, 80 Jahren in Berlin oder St. Petersburg die ‚Negermusik‘ als eine spielerische ‚Barbarei‘ widerhallte. Schindler züllt, fiept und spotzt, sein Partner zwirbelt die Tasten, als könnte er sie um den Finger wickeln und schwups, ein Groove, auch wenn das heisere Tenorsax schnell wieder ganz Anderes im Sinn hat. Nie ganz aus dem Sinn gerät jene Form von Modernistik, die man aus dem Ärmel schüttelt, Anklänge an die 10er / 20er Jahre, Allegros barbaro, zuweilen verfeinert, aber schnell mit unvermindertem Gusto wieder gemeiselt und mit der Bassklarinette angeraut. ‚Goodbye‘ zieht zuletzt den Pork Pie Hat vor Mingus und zerzaust und zerhämmert mit seinem bluesigen Déjà-vu auch die allerletzte Gelegenheit zu Trübsinn und Langeweile – Hut ab. — [ba 68 rbd] Bad Alchemy #68 – Rigobert Dittmann, 05.12.2010

HUTTWO

Punktgenaue Ziellosigkeit

ein Suchen und Finden; ein Geben und Nehmen finden da bei ständigem Fließen und Tasten statt. Next stop Wuppertal? Oder Brooklyn? Wer weiß das schon. Wenn man mit derart traumwandlerischer Sicherheit einen solch schwierigen Parcours meistert, dann müssen die Grundkomponenten stimmen, muss eine homogene Basis dem Improvisationsgeschehen Halt und Richtung geben. Mit schnörkelloser Geradlinigkeit werden die Punkte im Raum vermessen, wird ein Haus aus Tönen gebaut, ein Raumschiff aus Kanten, Ecken und kuscheligen Rundungen geschaffen, flugfähig und deshalb unbedingt dafür geschaffen, abzuheben in die Weiten des Alls. Ja, die Hörkulinarik kommt auch nicht zu kurz; keine Kaputtspielhaltung gefährdet das Szenario, es wird mit frivoler Leichtigkeit dem genussvollen Miteinander gefrönt. So bekommen Herz und Hirn Nahrung geboten, werden mit einem Augenzwinkern die Fußfesseln der Konvention abgestreift, und man wird als mündiger Hörer mit einer Stunde freier Musik belohnt, die einen erfrischt und heiter zurücklässt. Hut ab! — (mitter) freiStil, Magazin für Musik und Umgebung #35

HUTTHREE

New Arty Music – Wiedergänger und Trüffelsucher

…Regelrecht ruppig geht es dagegen auf „Hut ab“ (Mudoks Records), von Pianist HUBERT BERGMANN und Saxophonist UDO SCHINDLER zu. Der Hut, von dem im CD-Titel die Rede ist, soll dem geneigten Hörer vom Kopf geweht werden, damit ihm die Ohren wackeln. Wieder also wünscht man uns „happy new ears“. Aber bei aller Virtuosität, bei allem improvisatorischen Einfallsreichtum, der aus dieser CD quillt, das Neue in der Musik ist auch hier kaum zu finden. Trotzdem hat man reichlich Spaß, zwei Meistern bei einem lustvollen, energetischen Zusammenspiel zu lauschen, das keinerlei Scheu zeigt, sich auch mal an einem atonalen Boogie zu probieren oder so richtig zu „gershwinern“. John Cage jedenfalls hätten die meisten dieser CDs vermutlich gefallen… — Skug – Journal für Musik # 87, 7-9/2011 Curt Cuisine

HUTONE

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